Thomas Burgener / 
in den Ständerat

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Bei meinen vielen Begegnungen in allen Regionen des Wallis beschäftigt ein Thema die Menschen besonders: Der starke Franken. Der Tourismus, die Exportindustrie und viele KMU leiden unter der zu starken Währung. Und alle wissen: Es wird noch schlimmer kommen. Es wird ein sehr schwieriges Jahr werden.

Und wo ist Thomas?

Ich bin auf der Suche nach meinem berühmtesten Vornamensvetter, auf den ich gar nicht stolz bin: Wo ist Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank? Die Schäden, die der Verzicht auf eine Wechselkursuntergrenze hervorgerufen haben, sind enorm. Die zynische Position des SNB-Präsidenten bleibt trotzdem dieselbe: Die Nationalbank muss – so Jordan – ihre Autonomie behalten und steht nicht im Dienst der Realwirtschaft. Darüber hinaus behauptet er, dass seit langem der Franken deutlich überbewertet sei und nicht seinen tatsächlichen Wert widerspiegle.

Kurz gesagt: Dem Präsidenten der Nationalbank ist es egal, was passiert mit der Schweizer Wirtschaft passiert. Und gleichzeitig war er imstande, mit der SNB in der Schweiz in der ersten Jahreshälfte 50 Milliarden Franken in den Sand zu setzen. – was ja die Folge der Abwertung der anderen Währungen war.

Die Nationalbank ist zur Geisel ihrer eigenen Prinzipien und Entscheide geworden. Mit der leichten Abschwächung des Frankens, einerseits gegenüber dem Euro (1.08) und andererseits gegenüber dem US-Dollar (0,98) gibt es ein klein wenig Luft. Einige prognostizieren auf Ende Jahr eine Parität mit dem Dollar und einen 1.10-Wechselkurs mit dem Euro. Aber reicht das aus?

Die SNB kann dem Serbeln der Wirtschaft nicht untätig zuschauen, ohne irgendeine Strategie. Die US-Notenbank und die europäische Zentralbank wissen was sie wollen. Warum ist das bei der SNB nicht auch so?

Ich denke, dass die Nationalbank gegenüber dem Dollar einen Kurs von mindestens 1.10 Franken bewirken muss, und dass der Euro zumindest 1.15 Franken erreicht um dann noch stärker zu werden.  Ein solcher Währungskorb, dem auch noch andere Währungen angehängt werden könnten, würde die Unabhängigkeit und Autonomie der Nationalbank stärken. Die dafür nötigen Milliarden machen den bisherigen Braten der 531 Milliarden, die bereits in Fremdwährungen investiert wurden, nur unwesentlich fetter. Die Nationalbank muss wieder eine Bank im nationalen Interesse zu werden. Eine echte Nationalbank.

Aber wo ist Thomas?

 

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