Thomas Burgener / 
in den Ständerat

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Ich war 1974 mit einem Freund erstmals in Griechenland. Kurz nachdem die Generäle abdanken mussten. 1976 sangen wir auf Kreta die Lieder von Mikis Theodorakis, und ich war damals Fan von Georgios Papandreou.  Aber die Clans von Karamanlis (Neo Dimokrathia) und Papandreou (PASOK) und deren Vetterliwirtschaft wie auch die Korruption haben Griechenland in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich an die Wand gefahren. Der in der Folge von der EU aufgezwungen Sparkurs hat die Mittel- und Unterschicht an den Rand der Armut getrieben.

Das sah ich im letzten Oktober, als ich eine Woche in Griechenland auf Velotour war und dort mit vielen Menschen  sprach. Ich verstehe Tsipras, der wieder wirtschaftliches Wachstum will und sich dem Austeritäts-Diktat der Troika zu widersetzen versucht. Die Arroganz der rechten deutschen Medien, aber auch vieler Politiker (leider teils auch in der SPD), ist unerträglich. Wer hat denn den Griechen die Milliardenkredite gewährt, um in und mit Athen Geschäfte zu machen? Von den Hilfsprogrammen ging das Gros der Gelder an die Banken. Bei der Bevölkerung kam wenig an. Und noch etwas: Die Schweiz kennt einen solidarischen Finanzausgleich, der weniger begünstigten Kantonen wie etwa dem Wallis unter die Arme greift. Auch hier könnte die Schweiz und ihre Solidarität mit Schwächeren für die EU ein Beispiel sein.