Thomas Burgener / 
in den Ständerat

Information

www.1815.ch, die elektronische Plattform der Tageszeitung WB,  stellte allen Kandidatinnen und Kandidaten 10 Fragen. Hier schon mal meine Antworten:

 

1)  A9: Warum harzt es beim Autobahn-Bau?

An den Umweltorganisationen kann es nicht liegen, sie haben seit 20 Jahren keinerlei Einsprachen eingereicht. Viele Arbeitsvergaben wurden von unterliegenden Firmen angefochten. Und die Gerichte lassen sich zu viel Zeit. Und die Leitung der zuständigen Dienststelle liess wohl auch zu wünschen übrig.

2) Autoverlad an der Furka, in Brig und am Lötschberg: Zu teuer für Oberwalliser?

Die Oberwalliser nutzen in Richtung Bern vorab die Bahn. Für unsere Gäste und damit für den Tourismus ist der zu starke Frankenkurs das Problem. Die SPO hat mit Erfolg den Preisüberwacher eingeschaltet, der eine Zeitlang höhere Tarife am Lötschberg verhinderte. Am Simplon ist das Problem vorab der Lastwagenverkehr, der die Autofahrer vergällt.

3) Wirtschaftsstandort Oberwallis: Welche Bedeutung messen Sie der Lonza zu?

Die Lonza ist das wirtschaftlich wichtigste Standbein des Oberwallis. Das Chemiewerk profitiert von guten Rahmenbedingungen, und das ist gut so. Sowohl als Mitglied des Gemeinderats von Visp wie auch als Walliser Staatsrat hatte ich stets einen konstruktiven Dialog mit den Lonza-Verantwortlichen. Die Kontakte der Behörden mit Direktion und Verwaltungsrat sind wichtig.

4) Quecksilber-Affäre: Wer trägt die Verantwortung und wer muss für alle Sanierungskosten aufkommen?

Verantwortlich ist in erster Linie die Lonza, die das Quecksilber in die Umgebung abgab. Noch ist offen, inwieweit auch den Kanton und die Gemeinden ein Mitverschulden trifft. Wer wusste wann was? Das muss sauber geklärt werden. Es ist nicht an den Privaten, für Sanierungskosten aufzukommen: Sie wussten nicht, dass das Land aus dem Kanal vergiftet ist.

5) Grossraubtiere im Wallis: Ist ein Zusammenleben zwischen Wolf und Mensch möglich?

Das Zusammenleben mit den Menschen ist wohl nicht das Problem, eher das mit den Schafen und anderen Nutztieren. Der Herdenschutz muss verstärkt und korrekt abgegolten werden. Aber ich kann auch mit erleichterten Bedingungen für einen Abschuss gut leben. Die Bilder von Schafen mit heraus kullernden Gedärmen machen mir weh.

6) 200-Jahr-Feier: Wie sehen Sie das Verhältnis des Wallis zur Deutschschweiz?

Das Verhältnis ist sicher nicht schlecht. Die Deutschschweizer mögen uns und unsere schöne Landschaft. Wir müssen aufhören, nach eidgenössischen Abstimmungen unsere Gäste öffentlich zu beschimpfen. Vielmehr müssen wir unsere Hausaufgaben selber machen: effiziente Raumplanung, weniger kalte Betten, Restrukturierung des Tourismus.

7) «Raspille-Graben»: Was halten Sie von einem «Halbkanton», wie das zuweilen von Oberwallisern verlangt wird?

Davon halte ich so viel wie eine Maus von einem Telefonbuch. Die zwei Sprachen und Kulturen sind eine Bereicherung, die wir vermehrt nutzen müssen. Das Oberwalliser Gejammer einiger Parteien im Grossen Rat gegen die Welschen bringt nichts. Es braucht die Umsetzung dynamischer Ideen, die über die Sprachgrenze hinaus aufgegleist werden.

 

8) Homo-Ehen im Wallis: Wie stehen Sie zu gleichgeschlechtlichen Ehen?

87 Prozent der Menschen in Irland sind Katholiken. Und an der Urne beschlossen über 62 Prozent der in Irland Stimmenden, die gleichgeschlechtliche Ehe jener von heterosexuellen Paaren gleichzusetzen. Gleichgeschlechtliche Eheschliessungen gehören für mich zum verfassungsmässigen Gleichheitsgebot.